Dürre in Äthiopien – Erdkundekurse erhielten Informationen aus erster Hand

Zum Abschluss der Unterrichtssequenz „Wassermangel und Wasserüberschuss“ hatten unsere Erdkundekurse der Einführungsphase (Jgst. 10) in der letzten Woche ganz besonderen Besuch. Frau Skopalik von „Menschen für Menschen“ war zu Gast und schilderte sehr eindrucksvoll mit welchen Schwierigkeiten die Menschen in Äthiopien zu kämpfen haben.

In ihrer anschaulichen Präsentation ging Frau Skopalik sowohl auf die Wasserproblematik und die landwirtschaftlichen Probleme Äthiopiens als auch auf die Benachteiligung von Mädchen und Frauen ein. 

In Äthiopien leben 80% der Bevölkerung auf dem Land und von der Landwirtschaft, davon haben etwa 70% keinen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. Wasser muss in langen Fußmärschen von weither geholt werden. Es wird aus einem Fluss oder Tümpel geschöpft und ist meist verschmutzt und voller Krankheitserreger. Verunreinigtes Wasser ist Verursacher der zahlreichen Magen- Darmerkrankungen und Ursache der immer noch hohen Säuglingssterblichkeit. 

Frau Skopalik schilderte sehr eindrucksvoll das Schicksal vieler Mädchen in Äthiopien. Das Wasserholen gehört zum Beispiel traditionell zu den Aufgaben der Frauen und jungen Mädchen und beansprucht oft mehrere Stunden am Tag. Die Beteiligung der Kinder an der Alltagsarbeit ist mit eine Ursache dafür, dass immer noch weniger Mädchen in die Schule geschickt werden als Jungen. 

Hier unterstützt die Stiftung “Menschen für Menschen”. Sie baut Brunnen und Wasserstellen in erreichbarer Nähe des Dorfes. Dadurch verringert sich die Alltagsarbeit für die Frauen und jungen Mädchen. Die Mädchen können nun ebenfalls die Schule besuchen, die Frauen nehmen an Fortbildungsveranstaltung teil und können mit einem kleinen Kredit ein eigenes Einkommen erwirtschaften. 

In vielen Regionen Äthiopiens ist Landwirtschaft nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Erosion ist das vorherrschende Problem in vielen Landesteilen. Damit verbunden ist eine Verringerung des fruchtbaren Bodens bei gleichzeitig steigender Bevölkerung. Durch die Vermittlung neuer Anbaumethoden lernen die Bauern die Bodenqualität und den Wasserhaushalt zu verbessern, sie lernen neue Feldfrüchte kennen und können so ihr Einkommen erhöhen und den Speiseplan der Familie bereichern. 

Das Thema “Wasser” hat für ein Land wie Äthiopien vielfältige Bedeutungen, sowohl die Verbesserung der Versorgung der Menschen mit Wasser als auch die Vermittlung angepasster Anbaumethoden sind Voraussetzungen für die Entwicklung der Menschen und des Landes. 

Auch unsere Schule setzt sich mit der Arbeitsgemeinschaft „Moltke für Afrika“ mit vielen verschiedenen Aktionen aktiv für die Unterstützung der Menschen in Äthiopien ein. 

 

Susanne Zühlke

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