Redaktionsschluss
Mit dem Abitur endet für mich nicht nur die Schulzeit am Moltke, sondern auch etwas, das diese Jahre für mich besonders gemacht hat: die Arbeit in der Moltke-Redaktion. Interviewen, diskutieren, Dinge hinterfragen und daraus Texte machen, die gedruckt oder online veröffentlicht wurden.
Ich war von Anfang an dabei. Als die Redaktion vor ein paar Jahren gegründet wurde, waren wir ein buntes und übermotiviertes Team voller Ideen, aber ohne Plan, geschweige denn journalistische Erfahrung. Mein erster Artikel war daher kein großer Wurf. Es war ein harmonisches Interview mit einer französischen Austauschschülerin. Aber mein Name stand darunter. Es war eine kleine Zeile in der Chronik, die mir viel bedeutet hat. Danach ging es Schlag auf Schlag: Europaschule, Projektwochen, Debattenwettbewerbe – Themen gab es immer. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Berichterstattung über das Amani Orphans’ Home Mbigili, einem Kinderdorf in Tansania, das wir mit unseren Sponsorenläufen unterstützen. Durch Gespräche mit den Verantwortlichen und Einblicke hinter die Kulissen entstanden nicht nur ein paar Artikel, sondern auch eine Begeisterung, die weit über die Redaktion hinauswirkte und mich immer noch begleitet.
Auch der Podcast „Moltke am Mikro“ war ein Projekt, von dem wir anfangs nicht wussten, was daraus werden würde. Gestartet in einer kleinen Abstellkammer mit fragwürdiger Akustik, inzwischen mit echten Gesprächen und tiefgehenden Themen. Die ersten Aufnahmen waren eine Herausforderung und ohne das richtige Coaching von Herrn Kegalj wäre der Start sicher deutlich holpriger verlaufen.
Ich erinnere mich an unsere ersten Interviews, an Texte, die in letzter Minute umgeschrieben wurden, an Diskussionen über Kommata und Formulierungen, an diese ständige Mischung aus Chaos und Ehrgeiz, die uns jedesmal begleitet hat. Und an viele schlaflose Nächte, die man mit Schreiben verbrachte, um die Deadline noch irgendwie einhalten zu können. Nächte, in denen man sich fragte, warum man sich das eigentlich antut – und es am Ende trotzdem wieder gerne getan hat. Aber auch an den Plausch bei Kuchen während mancher Redaktionssitzung. Das alles wird mir fehlen.
Während meiner Zeit in der Redaktion durfte ich mit ganz unterschiedlichen Menschen sprechen, sie interviewen, manchmal auch persönlich kennenlernen: Alumni unserer Schule, Journalisten, Menschenrechtler, (ehemalige) Bundestagsabgeordnete und mehr. Die prägendsten Gesichter lernte ich aber in der Schule selber kennen. Sie saßen neben mir in der Klasse, standen vorne an der Tafel, arbeiteten in AGs oder diskutierten in SV-Sitzungen.
Viele, mit denen ich angefangen habe, sind längst weg. Andere sind dazugekommen: Jüngere, die jetzt die Artikel schreiben, Podcasts planen, neue Ideen entwickeln, und für all das manchmal genauso ewig lange brauchen wie wir früher. Es ist gut zu sehen, dass es weitergeht. Ein besonderer Dank geht dabei an Herrn Lange, der unsere Redaktion von Anfang an begleitet hat. Der uns Raum gegeben hat, Geduld gezeigt hat, auch wenn wir mal wieder zu spät dran waren. Und der nicht nur den Wert einer Schülerredaktion gesehen hat, sondern diesen Wert überhaupt erst ermöglicht hat.
Man sagt, wer schreibt, der bleibt. Jetzt ist es Zeit zu gehen, aber ein paar Zeilen hinterlasse ich. Ich nehme einiges an journalistischer Erfahrung mit. Und ebenso einige Artikel, die auch die Rheinische Post veröffentlicht hat. Für mich endet hier ein Kapitel. Aber es war eines, das sich zu schreiben gelohnt hat.
Matthias Trinh (Abiturjahrgang 2025, Moltke-Redaktion)