Damengambit, italienische Partie oder doch Bauer auf E4?

Platz 3 für unsere Schach-Spieler

Am Morgen des 10. März 2026 habe ich unsere Schach-Schulmannschaft um 09:15 Uhr am Moltke-Gymnasium abgeholt. Ich war nicht zu spät, dennoch warteten ungeduldig vier dynamische, energiegeladene und begeisterte Jungs (Elias William, Max Schönfeld, Johann Zaum, Konrad Prechtel) bereits am Schultor, um an der diesjährigen Schach-Stadtmeisterschaft teilzunehmen. Ausrichter war wieder die Stadt Krefeld und Gastgeber waren die freundlichen Vertreter des Krefelder Schachklubs Turm 1851 e.V. Von 09:30 Uhr bis um 10:00 Uhr galt es anzukommen, sich mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen, die Regeln und den Ablauf noch einmal genau zu verstehen, ein letztes Coaching zu bekommen und die Vorfreude zu leben. Unsere Jungs spielten in der Klasse WK IV, 2013 und jünger. In dieser Klasse waren insgesamt 11 Mannschaften angemeldet, eine Mannschaft hatte leider kurzfristig abgesagt, sonst wären es 12 Teams gewesen. Die Turnierleitung hatte zwei Gruppen festlegt, eine Gruppe mit 5 und die andere Gruppe mit 6 Mannschaften. In den beiden Gruppen spielte jeder gegen jeden, jeder Spieler hatte 10 Minuten Zeit und drückte immer auf „Enter“ seiner Schachuhr, wenn er gezogen hatte, sodass die Schachuhr des Gegners anfing zu laufen. Und nach den Gruppenspielen ging es dann um die finalen Platzierungen gegen den Gleichplatzierten der anderen Gruppe. In der Moltke-Gruppe waren folgende 5 anderen Schulen vertreten, wir waren also in der Sechser-Gruppe: Moltke-Gymnasium, Gymnasium Horkesgath 2, Gymnasium Fabritianum, Marienschule 2, Hannah-Arendt 1, Hannah-Arendt 3

1. Spiel: (gegen Hannah-Arendt 1)

Um kurz nach 10:00 Uhr ging es dann endlich los. Leider trafen wir im 1. Spiel direkt auf die stärkste Mannschaft des Turniers und den späteren Turnier-Sieger, Hannah-Arendt 1, die uns besiegten. Die Vertreter von Hannah-Arendt 1, wie sich später herausstellen sollte, waren zum Teil auch Mitglieder das Schachklubs und deshalb schwer zu schlagen. Es war insofern keine Schande das Spiel zu verlieren, immerhin holten wir durch Max Schönfeld einen Punkt und verloren „nur“ 3:1. Man konnte den Jungs in den Gesichtern die Enttäuschung über die erste Niederlage ablesen, aber man blieb trotzdem positiv und konzentriert.

2. Spiel: (gegen Gymnasium am Horkesgath 2)

Das zweite Spiel war eine akute Gefahr für herzschwache Personen. Wir führten mit 2:1 und lagen im vierten Spiel deutlich zurück, jeder hätte auf eine Niederlage getippt, was dann zu einem Unentschieden insgesamt geführt hätte. Aber unser Spieler (Konrad Prechtel) kämpfte sich wieder in die Partie und holte auf. Das Spiel war an Dramatik und Spannung nicht zu überbieten, wir standen alle mit pochenden Herzen am Schachtisch. Die Dramatik wurde dann noch um ein Vielfaches gesteigert, weil beide Spieler nur noch wenig Zeit auf ihren Schachuhren übrighatten. Unser Spieler hatte einen leichten Zeitvorteil und alle dachten er würde diesen Zeitvorteil bis zum Ende behalten, wodurch der Gegner wegen nicht mehr vorhandener Zeit dann verloren hätte. Es kam aber anders. Unser Spieler verlor seinen Zeitvorsprung, spielte mit seinem Gegner drei Mal hintereinander dieselbe Zugfolge und das bedeutete nach den Schach-Regeln des Turniers Unentschieden. Als das Remis dann vom Schiedsgericht festgestellt wurde, hatten beide Seiten nur noch eine bzw. zwei Sekunden Zeit auf der Schach-Uhr. Fazit: In buchstäblich aller letzter Sekunde spielte unser Spieler klug auf „Remis“, wodurch das Moltke-Gymnasium das Spiel 2,5 zu 1,5 gewann. Nach diesem Sieg brachen alle Dämme der Freude, die Niederlage im ersten Spiel war vergessen und die Stimmung hätte nicht besser sein können.

3. Spiel: (gegen Marienschule 2)

Das dritte Spiel war dann ein souveräner Sieg, mit 3,5 zu 0,5. Hier gab es aber auch etwas Bemerkenswertes. Unser Spieler Johann Zaum war unfassbar dominant in seinem Spiel, weswegen der Gegner nach kurzer Zeit nur noch eine Figur hatte, den König. Bedauerlicherweise gibt es beim Schach eine brutale Regel. Wenn ein Spieler mit dem König nicht im Schach steht, aber jeder Zug ihn in eine Schach-Position bringen würde, und er auch keine andere Figur mehr ziehen kann, dann ist das PATT und das bedeutet Remis. Und genau das passierte Johann, der sich verständlicherweise sehr geärgert hat, weil er so viel besser war als sein Gegner. Es hat ein bisschen gedauert ihm klarzumachen, dass sein Remis keinen Schaden angerichtet hat, weil wir als Mannschaft souverän gewonnen haben. Außerdem haben wir beschlossen, dass wir in vergleichbaren Situationen dem Gegner noch 1-2 Bauern lassen, damit wir ein PATT zukünftig vermeiden.

4. und 5. Spiel: (gegen Hannah-Arendt 3 und Fabritianum)

WOW! Zum Abschluss der Gruppenphase gab es dann noch zwei deutliche 4:0-Siege. Damit war klar, das Moltke-Gymnasium war Gruppen-Zweiter hinter Hannah-Arendt 1 in der Sechser-Gruppe und spielte um Platz 3 gegen den Zweitplatzierten der anderen Gruppe.

Spiel um Platz 3: (gegen MSM Fischeln)

Das Spiel um Platz 3 war auch nichts für schwache Nerven. Zwar führten wir 1:0, haben dann leider Spiel 2 und 3 verloren, weswegen wir dann mit 1:2 zurücklagen. Zum Glück blieb Johann Zaum in der letzten Partie cool, holte den Sieg, was zu einem Unentschieden reichte, 2:2 gegen MSM Fischeln. Nach dem 2:2 gab es dann kein Stechen, sondern zwei Dritt-Platzierte, eine sehr weise Entscheidung der Spielleitung, so konnten sich beide Schulen als Dritter feiern lassen.

In aller bester Erinnerung an dieses tolle Event und vor allem an unsere großartigen Jungs grüßen wir sehr herzlich,

Ihre Peter Wuttke, Cornel Klugmann, Thilo Möller (Betreuer der Schach-AG)

Die Mannschaft mitsamt Hr. Wuttke, Hr. Klugemann, Hr. Möller